Zwölf Jahre lang stand Melanie Amann an der Spitze der politischen Berichterstattung beim Spiegel. Nun verlässt die 47-jährige Vize-Chefredakteurin das Hamburger Medienhaus zum Ende des Jahres 2025 und wechselt zur Funke-Mediengruppe. Offiziell begründet die SPIEGEL-Gruppe den Schritt mit neuen Aufgaben — hinter den Kulissen brodelte jedoch ein Machtkampf, der schon seit 2023 öffentlich diskutiert wurde.

Position beim Spiegel: Stellvertretende Chefredakteurin ·
Austrittszeitpunkt: Ende dieses Jahres ·
Ankündigungsdatum: 01.09.2025 ·
Neuer Arbeitgeber: Funke ·
Neue Rolle: Chefredakteurin Digital

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Abgang zum Ende 2025 angekündigt (SPIEGEL-Gruppe)
  • Wechsel zu Funke am 1. Januar 2026 (taz)
  • 12 Jahre Spiegel-Zugehörigkeit (taz)
2Was unklar ist
  • Exakte internen Gründe jenseits der offiziellen Mitteilung
  • Finanzielle Details zum Vertrag
  • Offizielle Funke-Pressemitteilung zum Wechsel
3Zeitleisten-Signal
  • Mai 2023: Entzug der Politik-Verantwortung durch Kurbjuweit (Meedia)
  • Ende August 2025: Befristeter Vize-Vertrag läuft aus (Kress)
4Wie es weitergeht
  • Ab Januar 2026 leitet Amann die Berliner Zentralredaktion bei Funke (taz)
  • Verantwortung für redaktionelle Digitalstrategie bei Funke (taz)
Melanie Amann: Karrierestationen und Fakten
Label Wert
Name Melanie Amann
Letzte Position Spiegel Stellvertretende Chefredakteurin
Austrittsdatum Ende 2025
Neue Rolle Chefredakteurin Digital bei Funke
Ankündigungsquelle SPIEGEL-Gruppe Pressemitteilung
Geburtsjahr 1978 (47 Jahre alt)
Wechsel zu Funke 1. Januar 2026
Zeit beim Spiegel 12 Jahre (seit 2013)

Warum ist Melanie Amann nicht mehr beim Spiegel?

Die SPIEGEL-Gruppe bestätigte am Montag in einer Pressemitteilung, dass Melanie Amann das Medienhaus zum Ende des Jahres 2025 verlässt. Offiziell wolle sich die Vize-Chefredakteurin neuen Aufgaben widmen (SPIEGEL-Gruppe). Amanns befristeter Vertrag als stellvertretende Chefredakteurin endete laut Kress bereits Ende August 2025 — eine Woche bevor die offizielle Ankündigung erfolgte (Kress).

Offizielle Begründung

In der Pressemitteilung heißt es, Amann verlasse den Spiegel, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Eine Formulierung, die laut DWDL.de auf einen internen Machtkampf hindeutet, der seit 2023 an der Spitze des Verlags schwelt (DWDL.de). Im Mai 2023 hatte Chefredakteur Dirk Kurbjuweit — seit Mai 2023 im Amt — Amann die Verantwortung für die Politik-Berichterstattung entzogen und sie zudem von der Leitung des Berliner Büros abgezogen (Meedia).

Gerüchte um Machtkampf

Bereits seit 2023 kursierten Berichte über Spannungen zwischen Amann und Kurbjuweit. Business Insider berichtete laut Newsroom.de zuerst über einen möglichen Machtkampf in der Chefredaktion (Newsroom.de). Kurz vor der Austrittsankündigung habe Amann zudem die Koordination für investigative Recherchen abgegeben — ein weiteres Zeichen verdichtender interneller Konflikte, wie Meedia berichtete (Meedia).

Was die offizielle Mitteilung verschweigt: Der Spiegel verliert eine Journalistin, die für ihre unerschrockene AfD-Berichterstattung bekannt war. Amann profilierte sich als Expertin für politische Themen und trat regelmäßig in Talkshows und Podcasts für das Medium auf (taz).

Fazit: Amanns Abgang wirft Fragen auf, die der Spiegel offiziell unbeantwortet lässt. Die zeitliche Nähe zwischen auslaufendem Vertrag und Ankündigung sowie die schrittweise Entziehung von Verantwortlichkeiten seit 2023 deuten auf einen Konflikt hin, der nicht mehr lösbar erschien.

Wo arbeitet Melanie Amann jetzt?

Seit der Ankündigung im August 2025 steht fest: Melanie Amann wechselt zum 1. Januar 2026 zur Funke-Mediengruppe als Chefredakteurin Digital (taz). Bei Funke führt sie die Berliner Zentralredaktion gemeinsam mit Jörg Quoos, dem Gründungschefredakteur des Medienhauses (DWDL.de).

Wechsel zu Funke

Die Funke-Mediengruppe — in Regionalzeitungen, Zeitschriften und Privatradio tätig — sieht in Amann ein „kraftvolles Zeichen für die Zukunft des unabhängigen Journalismus” (DWDL.de). Der Verlag betont die Expertise, die Amann in die bundespolitische Berichterstattung einbringen soll. Gemeinsam mit Quoos werde ein Team gebildet, das „Exzellenz, Weitblick und Führungskompetenz vereint”, wie Funke mitteilte.

Neue Position

Neben der Leitung der Berliner Zentralredaktion verantwortet Amann künftig auch die redaktionelle Strategie der Marke Funke — eine Aufgabe, die über die klassische digitale Chefredaktion hinausgeht (taz). Im Vergleich zu ihrer bisherigen Rolle als Vize-Chefredakteurin beim Spiegel — wo Verantwortung und Hierarchie auf mehrere Schultern verteilt waren — erhält Amann bei Funke damit eine stärkere Einzelstellung im Bereich Digital und neue Formate.

Anmerkung der Redaktion

Funke-Mediengruppe ist vor allem in Regionalmärkten stark vertreten. Amanns Engagement deutet auf eine Strategie hin, die bundespolitische Berichterstattung des Medienhauses auszubauen.

Was macht Melanie Amann jetzt?

Bis zum tatsächlichen Austritt zum Ende des Jahres 2025 bleibt Melanie Amann als Autorin in der Spiegel-Chefredaktion tätig (Kress). Der Wechsel zu Funke erfolgt dann zum 1. Januar 2026.

Aktuelle Aufgaben

In ihrer verbleibenden Zeit beim Spiegel schreibt Amann weiterhin für das Magazin. Die Spiegel-Chefredaktion besteht nach ihrem Abgang aus Dirk Kurbjuweit, Cordula Meyer und Thorsten Dörting — allesamt Journalist:innen, die bereits vor Amanns Ankündigung die publizistische Linie prägten (Kress).

Zukünftige Pläne

Amann selbst äußerte sich in einer Erklärung positiv über ihre Zukunft bei Funke: „Ich freue mich sehr auf meine neuen Aufgaben bei Funke und die Arbeit mit dieser nachrichtenstarken und dynamischen Redaktion”, zitierte DWDL.de die Journalistin (DWDL.de). Rückblickend sagte sie über ihre Zeit beim Spiegel: „Ich blicke mit Dankbarkeit auf zwölf erfüllende und erfolgreiche Jahre in der Spiegel-Redaktion zurück” (taz).

Was das bedeutet

Für Funke ist Amann ein strategischer Gewinn: Ihre Expertise in politischer Berichterstattung und investigativem Journalismus soll dem Medienhaus helfen, über die Regionalberichterstattung hinauszutreten und national wahrgenommen zu werden.

Wie alt ist Melanie Amann?

Melanie Amann wurde 1978 geboren und ist damit aktuell 47 Jahre alt (taz). Die Journalistin studierte Rechtswissenschaft in Trier, Aix-en-Provence und Berlin und promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Wirtschaftsjournalist:in). Von 2003 bis 2004 absolvierte sie die Deutsche Journalistenschule in München.

Biografische Details

Bevor Amann 2013 zum Spiegel ins Hauptstadtbüro wechselte, arbeitete sie bei der Financial Times Deutschland, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (DWDL.de). Seit Mai 2021 war sie stellvertretende Chefredakteurin — eine Position, die sie im September 2025 öffentlich aufgibt.

Amann profilierte sich vor allem als kritische Beobachterin der AfD. Chefredakteur Dirk Kurbjuweit dankte ihr ausdrücklich: „Ich danke Melanie Amann für die Arbeit, die sie für den Spiegel geleistet hat, vor allem für ihre unerschrockene Berichterstattung über die AfD” (taz).

Fazit: Amann bringt zwei Jahrzehnte journalistische Erfahrung mit — von Rechtsjournalismus über Investigativarbeit bis zur politischen Führungsebene. Ihr Wechsel signalisiert: Funke investiert in nationale Relevanz.

Für wen arbeitet Melanie Amann?

Melanie Amann arbeitet künftig für die Funke-Mediengruppe — ein Medienhaus, das vor allem durch Regionalzeitungen, Zeitschriften und Privatradio bekannt ist (taz). Mit Amann als Chefredakteurin Digital soll die digitale Transformation des Konzerns vorangetrieben werden.

Neuer Arbeitgeber im Detail

Jörg Quoos, der Gründungschefredakteur bei Funke, wird künftig gemeinsam mit Amann die Berliner Zentralredaktion leiten (DWDL.de). Funke sieht in der Verpflichtung von Amann einen „kraftvolle[n] Zeichen für die Zukunft des unabhängigen Journalismus” — eine Botschaft, die auch als Abgrenzung zu den Turbulenzen beim Spiegel verstanden werden kann.

Anmerkung der Redaktion

Funke-Mediengruppe gilt als einer der größten privatwirtschaftlichen Medienkonzerne Deutschlands. Mit Amann holt sich der Verlag eine Journalistin, die bundesweit mediales Gewicht hat — ein strategischer Schachzug mit Signalwirkung.

Zeitliche Abfolge

Die Karriere von Melanie Amann beim Spiegel und die eskalierenden Spannungen mit der Chefredaktion lassen sich anhand der folgenden Ereignisse nachvollziehen.

Melanie Amann: Karriere und Krise in Zeitleiste
Datum Ereignis Quelle
2013 Wechsel zum Spiegel ins Hauptstadtbüro taz
Mai 2021 Ernennung zur stellvertretenden Chefredakteurin Newsroom.de
Mai 2023 Kurbjuweit entzieht Amann Politik-Verantwortung und Berlin-Leitung Meedia
2023–2025 Gerüchte um Machtkampf; Amann gibt investigative Koordination ab Meedia
Ende August 2025 Befristeter Vize-Vertrag läuft aus Kress
01.09.2025 SPIEGEL-Gruppe kündigt Abgang an SPIEGEL-Gruppe
Ende 2025 Melanie Amann verlässt den Spiegel Kress
01.01.2026 Wechsel zu Funke als Chefredakteurin Digital taz

Die Abfolge zeigt: Der Bruch zwischen Amann und dem Spiegel kündigte sich über zwei Jahre an, bevor er öffentlich wurde.

Bestätigte Fakten und Unklarheiten

Bestätigte Fakten

  • Abgang angekündigt zum Ende 2025
  • Neue Aufgaben als offizieller Grund
  • Pressemitteilung der SPIEGEL-Gruppe liegt vor
  • Wechsel zu Funke am 1. Januar 2026
  • Amann ist Jahrgang 1978
  • 12 Jahre Spiegel-Zugehörigkeit

Unklarheiten

  • Exakte internen Gründe jenseits der Pressemitteilung
  • Finanzielle Details zum Vertrag
  • Offizielle Funke-Pressemitteilung fehlt
  • Warum ausgerechnet August als Vertragsende
  • Details zur redaktionellen Strategie bei Funke

Zitate und Reaktionen

Ich blicke mit Dankbarkeit auf zwölf erfüllende und erfolgreiche Jahre in der Spiegel-Redaktion zurück.

— Melanie Amann, ehem. Vize-Chefredakteurin Spiegel (taz)

Ich danke Melanie Amann für die Arbeit, die sie für den Spiegel geleistet hat, vor allem für ihre unerschrockene Berichterstattung über die AfD.

— Dirk Kurbjuweit, Chefredakteur Spiegel (taz)

Ich freue mich sehr auf meine neuen Aufgaben bei Funke und die Arbeit mit dieser nachrichtenstarken und dynamischen Redaktion.

— Melanie Amann, zukünftige Chefredakteurin Digital Funke (DWDL.de)

Warum das relevant ist

Kurbjuweits Dankesworte lesen sich wie eine Anerkennung — aber auch wie ein Schlussstrich. Die Betonung auf „unerschrockene Berichterstattung” kann zugleich als Botschaft an jene gelesen werden, die der AfD kritisch gegenüberstehen.

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Weitere Quellen

taz.de, taz.de

Häufig gestellte Fragen

Ist Melanie Amann verheiratet?

Melanie Amann hält ihr Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Zu einer Ehe oder Partnerschaft liegen keine öffentlich bestätigten Informationen vor.

Hat Melanie Amann Kinder?

Darüber macht Amann keine öffentlichen Angaben. Dieses Detail gehört zu den Aspekten, die weder in Pressemitteilungen noch in journalistischen Porträts thematisiert werden.

Was ist die politische Einstellung von Melanie Amann?

Amann ist als kritische Beobachterin der AfD bekannt — nicht als parteipolitische Aktivistin. Ihre Berichterstattung zeichnet sich durch eine investigative und zum Teil kritische Haltung gegenüber rechtspopulistischen Bewegungen aus.

Gibt es Kritik an Melanie Amann?

Kritik an Amann blieb öffentlich weitgehend undefiniert. Die interne Krise beim Spiegel — bekannt gegeben durch die schrittweise Entziehung von Verantwortlichkeiten — deutet jedoch auf Meinungsverschiedenheiten auf Führungsebene hin.

Wer ist Melanie Amann?

Melanie Amann (*1978) ist eine deutsche Journalistin und promovierte Juristin. Sie arbeitete bei FTD, FAZ und F.A.S., wechselte 2013 zum Spiegel und war dort seit Mai 2021 stellvertretende Chefredakteurin.

Warum verlässt Melanie Amann den Spiegel?

Offiziell, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Tatsächlich deuten mehrere Indikatoren — auslaufender Vertrag, Entzug von Verantwortlichkeiten seit 2023, Machtkampf-Spekulationen — auf einen nicht mehr lösbaren Konflikt mit Chefredakteur Kurbjuweit hin.

Was war Melanie Amanns Rolle beim Spiegel?

Amann war stellvertretende Chefredakteurin mit Fokus auf politische Berichterstattung. Sie leitete zeitweise das Berliner Hauptstadtbüro und koordinierte investigative Recherchen — Aufgaben, die ihr schrittweise seit 2023 entzogen wurden.

Für den Spiegel stellt der Weggang eine Zäsur dar: Eine Journalistin mit bundesweiter Anerkennung verlässt das Haus, während die Chefredaktion um Kurbjuweit, Meyer und Dörting zusammenrückt. Für Funke ist Amann ein Gewinn, der über reine Personalkosten hinausgeht — sie bringt Relevanz, Netzwerk und eine mediale Stimme mit, die in der deutschen Medienlandschaft selten ist.